Ein wichtiges Kriterium war und ist für uns, dass der Familienalltag auch ohne Auto unproblematisch funktionieren soll. Dazu einige Gedanken.
Disclaimer: Dies beschreibt unsere Situation in einer „Groß-„Stadt. Sie ist weder allgemeingültig, noch sollen diese Zeilen irgendjemandem die Berechtigung des Autobesitzes absprechen. Auch heißt es nicht, dass wir nie ein Auto besitzen werden.
Umwelt
Ein wichtiger Punkt ist sicher die Umwelt. Dass Verbrennungsmotoren, welcher Art auch immer, nicht gut für unsere Erde sind, sollte sich ja rumgesprochen haben. Eine vermeintliche Lösung bringt sicher die Elektromobilität mit sich. Doch auch diese löst manch nachstehende Herausforderung nicht.
Stadtverkehr
Sich jeden Tag mit dem Auto durch den Stadtverkehr zu quälen, finden wir nicht erstrebenswert. Schon wenige Versuche haben uns die Unattraktivität dieser Fortbewegung in einer Stadt wie Erfurt bewiesen. Mit dem Rad kommt man – gerade im Berufsverkehr – vielfach schneller und meist auch auf kürzerem Wege ans Ziel. Und die tägliche Parkplatzsuche fehlt uns auch nicht…
Kinder und Mobilität
Als Familie muss man trotzdem mobil sein, besonders auch die Kinder mit ihren zahlreichen Terminen – je älter desto mehr. Wir finden es wichtig, dass sich unsere Kinder ab einem gewissen Alter selbstbestimmt in ihrer Heimatstadt bewegen können, und nicht durch „Abends nicht mehr fahrende Busse“ beschränkt sind.
Wem gehört die Stadt?
Ein wichtige Frage, die wir uns in den letzten Jahre oft gestellt haben, ist auch, wie die Mobilität von Morgen in den Städten aussehen wird. Gerade in großen Städten ist die individuelle Fortbewegung mittels der eigenen (riesigen) Blechkarosse gescheitert. Nahezu jede größere Stadt steuert auf einen Verkehrsinfarkt zu (wenn sie nicht schon mitten drin steckt). Wertvolle innerstädtische Flächen werden massiv durch Autos belegt, wo sie im Schnitt 23 Stunden pro Tag nur sinnlos rumstehen und Lebensraum für den Menschen blockieren. Larmbelästigung, Luftqualität, Verkehrssicherheit … die Lebensqualität in den Städten hängt massiv an der Frage der individuellen Mobilität – dem Auto.
Trotzdem mobil sein
Dank ÖPNV, Bahn, Carsharing, Lastenrad und Fahrrad gelingt es uns trotzdem mobil und spontan zu sein. Dabei erleben wir es konstruktiv, bei jedem Weg das optimale Verkehrsmittel auswählen zu können. Hat man ein Auto vor der Tür stehen (und zahlt, ob es steht oder fährt), greift man signifikant seltener auf alternative Fortbewegungsmittel zurück.
Nachtrag: Wir genießen auch sehr die Möglichkeit, ab und zu die Autos unserer Eltern zu leihen. Wir schließen das einfach mal unter Carsharing mit ein. Danke!